Informationen zum Coronavirus

(Zuletzt aktualisiert am 09.07.2020)

Die Corona-Epidemie hat, neben allen gesundheitlichen Folgen, auch gravierende wirtschaftliche Folgen. Davon betroffen sind auch die Freien Berufe. Der LFB setzt sich deshalb dafür ein, dass die bereitgestellten staatlichen Hilfsmaßnahmen erstens vollumfänglich auch für Freiberufler geöffnet werden und zweitens auf spezifische freiberufliche Anliegen und Besonderheiten Rücksicht genommen wird.

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Hilfs- und Rettungsmaßnahmen für Freiberufler, die als Reaktion auf die Corona-Epidemie von der Bundesregierung und der Landesregierung Baden-Württemberg aufgelegt wurden.

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Betroffenheit der Freiberufler
„Die Lage ist für viele Freiberufler ausgesprochen ernst. Besonders gefährdet sind gerade junge Unternehmen, die seit 2019 gegründet wurden: Mehr als acht von zehn von ihnen sind stark oder sehr stark belastet. Auch kleine Freiberufler-Einheiten mit bis zu zehn Beschäftigten sind äußerst in Nöten. Das gründet in einem deutlichen Auftragsrückgang von über 50 Prozent, den jeder dritte Freiberufler verzeichnet. Das schlägt auf die Personalplanung durch: Hier blicken die Freien Berufe sehr skeptisch in die Zukunft. Nachdem bereits erste Stellen abgebaut werden mussten, sind mindestens 400.000 weitere Stellen in Gefahr“, so BFB-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Ewer zu den Ergebnissen der Umfrage.
Wirtschaftliche Hilfs- und Rettungsmaßnahmen für Freiberufler
Die Corona-Überbrückungshilfe ist das Nachfolgeprogramm der Corona-Soforthilfe und soll die Liquidität der Unternehmen und Freiberufler durch einen Zuschuss sichern. Die Corona-Überbrückungshilfe kann ab dem 10. Juli 2020 (durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer) über die Antragsplattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragt werden.

Die maximale Förderung beträgt bei Unternehmen bis fünf Beschäftigten maximal 9.000 Euro, bis zehn Beschäftigte maximal 15.000 Euro. Voraussetzung ist, dass der Umsatz des Unternehmens im April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 coronabedingt eingebrochen sein muss. Die Unternehmen müssen sich zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten befunden haben. Förderfähig sind fixe, nicht einseitig veränderbare Kosten wie beispielswiese Mieten, Zinsaufwendungen, Grundsteuern, Kosten für Auszubildende. Die Kosten müssen fortlaufend sein, im Förderzeitraum anfallen, vertraglich begründet oder behördlich festgesetzt sein. Das Land wird die Überbrückungshilfe des Bundes um eine landesspezifische Förderkomponente ergänzen. Der Bund schließt einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus. Deshalb wird das Land diese Förderlücke schließen und – wie schon bei der Soforthilfe Corona – auf Antrag einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat berücksichtigen und auszahlen.

Der BFB und der LFB bleiben bei ihrer Forderung, dass auch Umsatzeinbrüche, die aufgrund der nachlaufenden Rechnungslegung bei Freiberuflern zeitversetzt eintreten, also erst im Juni, Juli oder August, Berücksichtigung finden müssen. Das Kriterium der Betroffenheit schon im April und Mai verhindert dies.

Weitere Informationen finden Sie auf dieser Seite des Wirtschaftsministeriums und unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.
  • Das Wirtschaftsministerium stellt gemeinsam mit der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg Sofortbürgschaften für Soloselbständige, Freiberufler und Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten bereit. Der Wirtschaftsausschuss hat dem Programm gestern (8. Juli) zugestimmt. Ab 15. Juli können Unternehmen die Bürgschaften beantragen. Unternehmen können die Sofortbürgschaft auf zwei Wegen beantragen. Über das Portal ermoeglicher.de können sie bei positiver Prüfung eine elektronische Vorabzusage für eine Sofortbürgschaft in Höhe von 90 Prozent für einen Kredit bis zu 250.000 Euro der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg erhalten. Diese Vorabzusage wird direkt an ein Kreditinstitut nach Wahl zugeleitet. Daneben ist der Antragsweg über das klassische Hausbankverfahren möglich. Hier beantragt die Hausbank eine Bürgschaft in Höhe von 90 Prozent für ein Darlehen bis zu 125.000 Euro. Für eine spätere weitere Finanzierung (bis max. 125.000 Euro) kann sie auf Wunsch 100 Prozent Bürgschaft erhalten. Mit dem Programm wird die vom LFB kritisierte Lücke beim KfW-Schnellkredit geschlossen.
Es gibt zusätzliche steuerliche Erleichterungen für Unternehmen, die von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen sind. Neben zinslosen Stundungen und erlassenen Säumniszuschlägen ist es auch möglich, Sondervorauszahlungen bei der Umsatzsteuer für das Jahr 2020 herabzusetzen. Einen detaillierten Überblick über alle steuerlichen Hilfen bietet diese Zusammenfassung des Finanzministeriums.

Derzeit sind die Finanzämter in Baden-Württemberg für den allgemeinen Besuchsverkehr geschlossen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten möglichst von zu Hause aus. Die Finanzämter sind per Telefon, Kontaktformular im Internet und das Portal „Mein ELSTER” erreichbar. Für die Anträge auf Stundungen bzw. Anpassungen von Vorauszahlungen, steht auf den Webseiten der Finanzämter in Baden-Württemberg ein vereinfachtes Antragsformular zur Verfügung, um eine schnelle, unbürokratische und praktikable Handhabung für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Die Auswirkungen des Corona-Virus sind auch in der Ausbildung spürbar. Um betroffene Unternehmen zu unterstützen, hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg das Programm „Azubi im Verbund – Ausbildung teilen“ ausgeweitet. Ausbildungsbetriebe, die allein eine vollständige Ausbildung nicht durchführen können und deshalb einen Ausbildungsverbund bilden, können durch Gewährung einer Prämie gefördert werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen werden die Bedingungen für kurzarbeitende Betriebe erleichtert: Statt der sonst geforderten 20 Wochen im Partnerbetrieb kann eine Förderung erfolgen, wenn der Auszubildende während der Kurzarbeits-Phase mindestens vier Wochen seiner Ausbildung in einem Partnerbetrieb absolviert. Der Betrieb erhält dann eine einmalige Zuwendung in Höhe von 1.000 Euro. Ein Merkblatt mit weiteren Informationen und das Antragsformular sind hier abrufbar.
Weiterführende Links und Informationen
  • Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg steht Unternehmern und Freiberuflern über eine spezielle "Corona-Hotline" bei Fragen zu einzelnen Maßnahmen und Programmen zur Verfügung: Tel. 0800 40 200 88 (gebührenfrei; Mo-Fr. jeweils von 9-18 Uhr).

  • Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat für Einzelfragen von Unternehmen eine spezielle Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus eingerichtet: Tel. 030 18615 1515 (Mo–Fr jeweils von 9-17 Uhr).

  • Zu den arbeitsrechtlichen Auswirkungen des Corona-Virus hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Internetseite eingerichtet, auf der Antworten zu häufig gestellten Fragen gegeben werden.